Orgeln in der Marienkirche

Historische Orgeln in der Marienkirche bis 1945.

Bis 1945 wurde die Marienkirche als Kirche genutzt. Eine Orgel hatte in den Jahrhundenten davor stets ihre Dienste für die Begleitung des Gemeindegesangs erbracht. Aus der Zeit vor dem Stadtbrand von 1676, in dessen Verlauf auch die Marienkirche beschädigt wurde, existiert noch ein Dokument, nach dem die Orgel in der Marienkirche im  Jahre 1664 36 Register gehabt hat. Ein erster Orgelneubau erfolgte 1754 nach einer durch Herzog Adolf Friedrich autorisierten Spendenaktion des Neubrandenburger Weinhändlers und Kaufmanns Georg Bernhard Toll. Der Müller und Orgelbauer Lekmann, der mit der Errichtung der neuen Orgel beauftragt wurde, stammte aus Krüselin. Als 1831 wurde die Marienkirche im Auftrga des Großherzogs Georg von Friedrich Wilhelm Buttel erneuert wurde, stand auch eine Reparatur bzw. ein Neubau der Orgel auf dem Plan. Die Orgel wurde dann wahrscheinlich Ende der dreißiger/ Anfang der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts von Carl Adolph Ernst Sauer aus Friedland erneuert, dem Vater von Wilhelm Carl Friedrich Sauer, der dann später - um 1856 - seine Orgelbaufirma in Frankfurt (Oder) gründete. Der Zustand dieser Orgel verschlechterte sich in den verbleibenden Jahren des 19. Jahrhunderts. Die letzte Orgel in der Marienkirche wurde vor gut einhundert Jahren,  am 12. Dezember 1915, dem 3. Advent dieses Jahres, geweiht: eine Walcker-Orgel mit 4.276 Pfeifen und 60 Registern. Die damalige Orgel wurde von Agnes von Jagow im Andenken an ihren kurz zuvor verstorbenen Gatten Ludolf von Jagow gestiftet.

Für weiterführende Hinweise zur Geschichte der Orgeln in der Marienkirche soll hier auf den dazu einschlägigen Beitrag von Anke Völker-Zabka verwiesen werden: Kirchenmusik an St. Marien, in: Stadt Neubrandenburg (Hsgr.), MARIENKIRCHE NEUBRANDENBURG - Festschrift zum 750jährigen Stadtjubiläum, 1. Auflage Rostock (Hinstorff) 1998 Sn. 45-68.