Aktionen

Zur Erinnerung an die einhundertste Wiederkehr des Tages der Einweihung der Walcker-Orgel opus 1866 in der Marienkirche am 12. Dezember 1915 hat der Freundeskreis in der Konzertkirche - nur wenige Meter entfernt von dem Ort, an dem die Orgel bis zu ihrer Zerstörung beim  Brand der Stadt 1945 stand - eine kleine Präsentation mit alten Bildern erstellt, die Besucher der Konzertkirche mit diesem Aspekt der Geschichte der Orgel in der Kirche vertraut machen sollte. Darunter war ein Aquarell aus der Planungsphase und eine Zeichnung des Orgel-Prospekts mit genauer Angabe der Prospekt-Pfeifen. Die Präsentation war bis zum Bürgerempfang am 4. Januar 2016 zu sehen.

Der Freundeskreis erwartet von der neuen Landesregierung, die seit Oktober 2016 im Amt ist, eine zügige Umsetzung der Realisierung der schon in der vergangenen Legislaturperiode begonnenen Maßnahmen zur Neuordnung der Theater und Orchester, jetzt auch im Osten des Landes. Die Beteiligung des Landes als Mehrheitsgesellschafter verspricht auch für die  Neubrandenburger Philharmonie eine stabilere wirtschaftliche Grundlage zu schaffen, als dies in der vergangenen Jahres möglich war. Die Zusage der alten Landesregierung, auch für die Musiker der Neubrandenburger Philharmonie ein Wiederheranführen an die Vergütung nach dem Flächentarifvertrag zu realisieren, muss auch in der neuen Amtsperiode weiter gelten.

Der Vorstand wird die Belange der Neubrandenburger Philharmonie gegenüber der neuen  Landesregierung mit Nachdruck vertreten und das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen.

Rückblick:

Mit dem Diskussions- und Eckpunktepapier der Landesregierung vom 26. August 2008 zur zukünftigen Entwicklung der Theater und Orchester in Mecklenburg-Vorpommern hatte die Landespolitik schon vor acht Jahren Orientierungen für die Weiterentwicklung der Theater- und Orchesterlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern gegeben. Im Vorstand des Freundeskreises war dies seinerzeit kritisch diskutiert worden.

Der Vorstand hatte daraufhin mehrere Aktionen gestartet:

  • eine Unterschriftenaktion zum Erhalt der Neubrandenburger Philharmonie in der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/ Neustrelitz. Diese Aktion dauerte bis in den November 2008 und wurde von 5.547 Bürgerinnen und Bürgern unterstützt. Die Unterschriften wurde am 9. Sptember 2009 im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern übergeben.
  • die Herausgabe einer Sondernummer der Philharmonischen Nachrichten aus Anlaß des Beginns der Spielzeit 2008/2009
  • Schreiben an den Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern
  • Schreiben an Politiker aus der Region und die Vertreter der Gesellschafter der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz sowie einzelne Gespräche mit den so Angeschriebenen
  • die Herausgabe einer Sondernummer der Philharmonischen Nachrichten aus Anlaß des Beginns der Spielzeit 2009/2010
  • Schreiben an Mitglieder der Stadtvertretungen in Neubrandenburg und Neustrelitz zu den  bevorstehenden Entscheidungen zur finanziellen Sicherung der Theater und Orchester GmbH im März 2010
  • weitere Schreiben in dieser Angelegenheit im Zusammenhang mit der Gefahr einer Insolvenz der Theater und Orchester GmbH Ende Januar 2011
  • eine Pressemitteilung vom 29. Januar 2011

Die Diskussion um die Zukunft der Theater und Orchester in Mecklenburg-Vorpommern war dann mit der Koalitionsvereinbarung 2011-2016 der die Landesregierung bildenden Parteien SPD und CDU in eine neue Phase getreten. In der Koalitionsvereinbarung 2011-2016 hatten die Koalitionspartner vereinbart, das Theater-und-Orcheste- Konzept zu überarbeiten.

Die Nr. 232 dieser Vereinbarung, die die neue Landesregierung tragenden Parteien am 24. Oktober 2011 abgeschlossen haben, stellte manches, was zunächst gesichert erschien, wieder in Frage und versprach harte Auseinandersetzungen um weitere Sicherung der Zukunft der Neubrandenburger Philharmonie. Unter den Aktionen des Vorstands des Freundeskreises war dazu insbesondere zu nennen:
  • Im Vorfeld der Ende April im Landtag Mecklenburg-Vorpommern geplanten Debatte über die Theater und Orchesterstruktur des Landes hatte sich der Freundeskreis am 5. April 2012 an den Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Herrn Sebastian Schröder, gewandt und sich für den Erhalt der Neubrandenburger Philharmonie eingesetzt.

Das Kultusministerium hatte im Juni 2012 die Managementberatungsgesellschaft METRUM beauftragt, Modelle für die Weiterentwicklung der Theater- und Orchesterstruktur in Mecklenburg-Vorpommern zu entwickeln.

Diesem Auftrag ist die Firma METRUM im September 2012 nachgekommen. Die Zusammenfassung und der detailliertere Abschlussbericht mit den neun Modellen wurden auf der Mitgliederversammlung des Freundeskreises am 21.10.2012 ausführlich diskutiert.

  • Die Mitgliederversammlung hat daraufhin eine Resolution beschlossen, mit der der Freundeskreis zu den neun vorgeschlagenen Modellen Stellung nahm und sich für die gezielte Weiterentwicklung der Modelle 4 und 7 aussprach, die auch im Osten Mecklenburg-Vorpommerns  unter direkter Landesbeteiligung Konzertwesen und Musiktheater weiter lebensfähig zu erhalten versprachen.
  • Die Unternehmensberatung METRUM hatte der Landesregierung eine Modellprojektion für die Weiterentwicklung der Theater- und Orchesterstrukturden im östlichen Labdesteil zugearbeitet. Dies wurde zunächst im Juni 2014 nur in Auszügen vom Kultusministerium veröffentlicht, lag seit dem 7. November 2014 aber vollständig als Abschlussbericht vor. Der Freundeskreis hat diese Empfehlungen zum Umsetzung des Modells 7 besonders daraufhin geprüft, wie sich die Neubrandenburger Philharmonie in den angedachten neuen Strukturen positiv weiterentwickeln kann, und wie ihre anerkannten Stärken in den neuen Strukturen zu noch größerer Resonanz beim Konzert- und Musiktheaterpublikum geführt werden können. Im Ergebnis wurden durch METRUM sowohl die besondere Bedeutung der Neubrandenburger Philharmonie für das Konzertwesen im Land als auch die hervorragende Eignung der Konzertkirche in Neubrandenburg beachtet.

Die Veränderungen in der Leitung des Theater- und Orchester GmbH im den Jahreswechsel 2013/2014 waren für den Freundeskreis Anlass dazu, speziell die Neubrandenburger Philharmonie in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit zu rücken, und für sie eine gesicherte Zukunft bei den anstehenden Veränderungen der Theater und Orchesterlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern zu verlangen.

Die Diskussion um eine - zunächst in Abrede gestellte, dass doch wieder angedachte, schließlich aber dann vom zuständigen Aufsichtsrat der TOG wiederum abgelehnte - erneute Verlängerung des Vertrags mit dem derzeitigen Chefdirigenten der Neubrandenburger Philharmonie, GMD Stefan Malzew, berührte viele treue Besucher der Philharmonischen Konzerte sehr stark.

  • Die 41. Konzertnacht am 24. Mai 2014 und und das 10. und letzte Philharmonische Konzert der Spielzeit 2013/2014 am 12.  Juni 2014 standen auch im Zeichen dieser Entwicklung. Eine spezielle Presseerklärung des Freundeskreises zum 10. Philharmonischen Konzert wurde vom Nordkurier aufgegriffen.
  • Der Freundeskreis hat das persönliche Gespräch am 7. Oktober 2014, zu dem Staatssekretär Schröder alle in der Landeskonferenz der Theater- und Orchesterfördervereine in Mecklenburg-Vorpommern mitwirkenden Partner eingeladen hatte, auch dazu genutzt, in der aktuellen Diskussion die Perspektive der Besucher der Konzerte der Neubrandenburger Philharmonie, aber auch die Perspektive für Schüler und Jugendliche, für die die Musiker ebenso gerne tätig sind, deutlich zu machen.

Der Vorstand des Freundeskreises sah in den neuen Empfehlungen der Fa. METRUM noch keine hinreichende Grundlage für eine stabile und zukunftssichere Weiterentwicklung der Neubrandenburger Philharmonie innerhalb eines Landestheaters.

  • Er hat die Kontakte zu den kommunalen Selbstverwaltungen in Neubrandenburg, Neustrelitz und im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte genutzt und die dort stattfindenden Beratungen zu den METRUM-Vorschlägen nach Kräften unterstützt.  Die Verständigung der Trägerkommunen und des Landes auf die Bildung eines tragfähigen Landestheaters im Osten Mecklenburg-Vorpommerns war unaufschiebbar und dringend erforderlich.

Die Spielzeit 2014/2015 sollte nach der Vorstellung des Vorstands des Freundeskreises mit klaren Entscheidungen über die Zukunft der Kultureinrichtungen im östlichen Landesteil Mecklenburg-Vorpommerns abgeschlossen werden. Auf der Mitgliederversammlung am 29. März 2015 wurden die aktuellen Modelle eingehend diskutiert: ein stabiles wirtschaftliches Fundament iwar nach Überzeugung der Mitgliederversammlung für die Neubrandenburger Philharmonie und ihre Zukunft weiter von entscheidender Bedeutung. Dies konnte schließlich nur durch eine Neuordnung der Theater- und Orchesterlandschaft im östlichen Landesteil Mecklenburg-Vorpommerns geschehen, die aber auch in der Speilzeit 2015/2016 noch nicht erreicht wurde.

Innerhalb der 2016 zu Ende gegangenen Legislaturperiode des Landtags waren zwar Schritte in Richtung auf eine Fusion mit dem Theater Vorpommern eingeleitet worden. Die Theater und Orchester östlich der A 19 brauchen aber Jahr für Jahr immer dringlicher eine stabile wirtschaftlilche Grundlage.